Amazfit Active 2 im Test: die runde Uhr in Edelstahloptik
Die meisten günstigen Schrittzähler sehen aus wie Sportgeräte. Die Amazfit Active 2 nicht: Ihr rundes Gehäuse mit Edelstahllünette und Mineralglas wirkt auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Armbanduhr – und zählt trotzdem zuverlässig jeden Schritt mit.
Kurzfazit: Die Active 2 ist die richtige Wahl, wenn Ihnen Optik ebenso wichtig ist wie die Zahl auf dem Display. Sie zählt im Alltag zuverlässig, bringt eigenes GPS mit und hält rund zehn Tage durch. Für sehr schmale Handgelenke fällt das runde Gehäuse allerdings recht groß aus.
Zuletzt geprüft: August 2026
Alltagseindruck und Schrittgenauigkeit
Am Handgelenk fällt zuerst das Material auf. Die Lünette aus Edelstahl gibt der Uhr ein Gewicht, das sich hochwertig anfühlt, ohne zu stören – rund 30 Gramm mit Silikonband. Zu Hemd, Bluse oder Sakko passt sie deutlich besser als ein Fitness-Armband, und mit einem Lederarmband verschwindet der Sportcharakter fast vollständig.
Beim Zählen zeigt sich nach unserer Einschätzung ein sehr ausgeglichenes Bild. Im normalen Gehtempo, auf Treppen und bei längeren Spaziergängen liefert die Active 2 Werte, die sich mit denen deutlich teurerer Uhren decken. Auffällig positiv ist, dass sie kurze Wege innerhalb der Wohnung nicht überbewertet – manche günstige Tracker sammeln hier großzügig mit. Umgekehrt braucht sie beim sehr langsamen Schlendern ein paar Sekunden, bis sie einsteigt. Wer wissen möchte, welche Trageposition am Handgelenk die stabilsten Werte liefert, findet dazu Hinweise in unserem Ratgeber zur richtigen Trageposition.
Display und Bedienung
Das runde AMOLED-Display misst ca. 1,32 Zoll und ist damit kleiner als bei den rechteckigen Modellen der Marke. Dafür ist es sehr hell und außerordentlich kontrastreich; die Schrittzahl steht auf den Standard-Zifferblättern groß genug, um sie im Vorbeigehen zu erfassen. Wer möchte, wählt in der App ein Zifferblatt, das Schritte statt Puls in den Mittelpunkt stellt – das empfehlen wir ausdrücklich.
Bedient wird über den Touchscreen und eine Krone, die sich drehen und drücken lässt. Das Drehen durch Menüs funktioniert auch mit trockenen oder kalten Fingern und ist im Winter ein echter Vorteil gegenüber reiner Wischbedienung. Ein zweiter Knopf fehlt; alle Rückwege laufen über Wischgesten.
Akkulaufzeit
Amazfit nennt für die Active 2 rund zehn Tage im typischen Betrieb. Das deckt sich mit unserer Einschätzung, solange Sie das Always-on-Display ausgeschaltet lassen und die Satellitenortung nur gelegentlich nutzen. Mit dauerhaft leuchtendem Display sinkt die Laufzeit auf etwa vier bis fünf Tage, bei täglichen GPS-Spaziergängen von einer Stunde auf ungefähr eine Woche.
Für eine Uhr mit hellem AMOLED-Panel und eingebautem GPS ist das ein guter Wert. Sie laden etwa alle anderthalb Wochen für rund zwei Stunden – seltener als bei jeder klassischen Smartwatch, aber häufiger als bei einem schlichten Fitness-Armband ohne Ortung.
Die Zepp-App
Wie alle Amazfit-Geräte wird die Active 2 über die kostenlose Zepp-App eingerichtet, die für Android und iPhone bereitsteht. Ein Nutzerkonto ist verpflichtend, kostenpflichtige Zusatzpakete gibt es für die Schrittauswertung nicht. Tages-, Wochen- und Monatswerte sind vollständig einsehbar, Daten lassen sich außerdem an Systemdienste wie Google Fit weiterreichen.
Die Stärke der App ist die Übersichtlichkeit auf der Startseite, ihre Schwäche die Menge an abgeleiteten Kennzahlen darunter. Bereitschafts- und Belastungswerte entstehen aus Puls- und Bewegungsdaten und sind bestenfalls grobe Orientierung. Die Schrittzahl selbst bleibt der verlässlichste Wert – wie bei jedem Gerät dieser Klasse. Eine Gesamteinordnung des Herstellers finden Sie auf unserer Amazfit-Markenseite.
Stärken
- Hochwertige Optik mit Edelstahllünette
- Drehbare Krone, auch mit kalten Fingern bedienbar
- Eingebautes GPS für Strecken ohne Handy
- ca. 10 Tage Akku trotz hellem AMOLED-Display
Schwächen
- Für schmale Handgelenke recht groß
- Rundes Display kleiner als bei rechteckigen Modellen
- Zepp-App überfrachtet mit gedeuteten Werten
- Always-on-Display kostet spürbar Laufzeit
Für wen geeignet – und für wen nicht
Geeignet ist die Active 2 für alle, die ihre Schritte zählen möchten, ohne dass man ihnen das Gerät als Fitness-Tracker ansieht. Sie passt in den Beruf, zu formellerer Kleidung und zu Menschen, die eine runde Uhr als selbstverständlich empfinden. Das eingebaute GPS macht sie zusätzlich interessant für alle, die regelmäßig längere Spaziergänge oder Nordic-Walking-Runden ohne Smartphone aufzeichnen wollen.
Weniger geeignet ist sie bei sehr schmalen Handgelenken – hier trägt das runde Gehäuse merklich auf. Wer vor allem eine möglichst große Schrittanzeige sucht, bekommt bei rechteckigen Modellen mehr Fläche fürs gleiche Geld. Und wer gar keine App und kein Konto möchte, ist mit einem einfachen Clip-Schrittzähler besser beraten.
Alternativen zur Amazfit Active 2
Wenn Ihnen die Anzeige wichtiger ist als die Optik, bietet die Amazfit Bip 6 für weniger Geld ein deutlich größeres Display. Soll es hochwertiger und noch genauer sein, ist die Garmin vívoactive 5 die naheliegende Steigerung – mit besserer Sensorik, aber auch spürbar höherem Preis. Wie sich Amazfit gegen den wichtigsten Preis-Leistungs-Konkurrenten schlägt, lesen Sie im Vergleich Amazfit gegen Xiaomi; alle weiteren runden und eckigen Modelle stehen in der Übersicht der Schrittzähler-Uhren.
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Häufige Fragen
Ist die Amazfit Active 2 auch für schmale Handgelenke geeignet?
Bedingt. Das runde Gehäuse misst rund 44 Millimeter im Durchmesser und trägt sichtbar auf. Bei einem Handgelenkumfang unter etwa 15 Zentimetern wirkt die Uhr schnell zu groß – dann sind schmalere Modelle die bessere Wahl.
Zeichnet die Active 2 Strecken ohne Smartphone auf?
Ja. Die Uhr hat eine eigene Satellitenortung an Bord und speichert Spaziergänge oder Läufe eigenständig. Das Handy brauchen Sie nur, um die Aufzeichnung später in der Zepp-App anzusehen.
Lässt sich das Armband wechseln?
Ja. Die Active 2 nutzt Bänder mit 22 Millimeter Anstoßbreite und Schnellwechselstegen. Damit passen die meisten gängigen Ersatzarmbänder aus Silikon, Leder oder Metall.