Empfohlene Schritte nach Alter

Eine verbindliche Schrittempfehlung nach Alter gibt es nicht – als Orientierung haben sich für Kinder etwa 10.000 bis 13.000 Schritte, für Erwachsene rund 7.000 bis 10.000 und ab 60 Jahren etwa 6.000 bis 8.000 Schritte täglich eingebürgert. Entscheidend ist dabei weniger die absolute Zahl als der Abstand zu Ihrem heutigen Wert: Der Gewinn ist im unteren Bereich am größten.

Warum es keine offizielle Zahl gibt

Gesundheitsbehörden formulieren Bewegungsempfehlungen in Minuten, nicht in Schritten – üblicherweise mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche für Erwachsene und rund 60 Minuten täglich für Kinder und Jugendliche. Der Grund ist praktisch: Radfahren, Schwimmen oder Gartenarbeit erzeugen kaum Schritte, zählen aber selbstverständlich mit. Ein anstrengender Tag auf dem Fahrrad bleibt auf dem Schrittzähler deshalb nahezu leer.

Schrittzahlen sind deshalb abgeleitete Orientierungswerte. Sie sind trotzdem nützlich, weil sie leicht messbar sind und weil die großen Beobachtungsstudien der vergangenen Jahre tatsächlich mit Schritten gerechnet haben. Nur sollte man sie als Korridor lesen, nicht als Grenzwert.

Richtwerte im Überblick

Orientierungswerte für die tägliche Schrittzahl nach Altersgruppe
AlterOrientierungskorridorEinordnung
6–11 Jahreca. 10.000–13.000entsteht beim freien Spielen fast von allein
12–17 Jahreca. 9.000–12.000sinkt mit Schulstunden und Bildschirmzeit
18–39 Jahreca. 8.000–10.000gut erreichbar, wenn Wege zu Fuß erledigt werden
40–59 Jahreca. 7.000–9.000typische Phase mit hohem Sitzanteil
60–74 Jahreca. 6.000–8.000hier liegt der Nutzengewinn bereits sehr hoch
ab 75 Jahrenca. 4.000–6.000jeder zusätzliche Tausender zählt spürbar

Die Werte sind Korridore zur Selbsteinschätzung, keine Vorgaben. Wo Sie im Vergleich zu anderen stehen, zeigt der Beitrag Schritte pro Tag im Durchschnitt.

Kinder und Jugendliche

Kinder erreichen hohe Schrittzahlen, wenn man sie einfach spielen lässt – Toben, Rennen und Fangen produzieren mehr Schritte als jedes bewusst gesetzte Ziel. Problematisch wird es meist erst im Jugendalter, wenn Schulweg per Auto, längere Sitzzeiten und Bildschirmzeit zusammenkommen.

Von starrem Zählen raten wir bei Kindern ab. Ein Schrittzähler kann als Spiel funktionieren, sollte aber nie zur Leistungskontrolle werden; Geräte ohne soziale Funktionen und ohne Werbung sind dafür die bessere Wahl – eine Auswahl finden Sie unter Schrittzähler für Kinder.

Erwachsene zwischen 18 und 60

In dieser Lebensphase entscheidet vor allem der Beruf. Ein Bürotag ohne bewusste Wege endet häufig bei 3.000 bis 5.000 Schritten; ein Tag mit Bahnfahrt, Mittagsrunde und Einkauf zu Fuß liegt schnell doppelt so hoch. Der sinnvolle Zielkorridor liegt bei 7.000 bis 10.000 Schritten – wobei der Punkt, ab dem der Zusatznutzen deutlich abflacht, laut Studienauswertungen bereits um 7.500 Schritte liegt.

Wer mehr will, sollte das aus eigenen Gründen tun – Gewichtskontrolle, Ausdauer, Kopf frei bekommen. Was ein höheres Pensum kostet, lässt sich leicht ausrechnen: Jede weitere Tausend Schritte bedeuten rund zehn Minuten zusätzliches Gehen am Tag. Und warum die runde 10.000er-Marke keine medizinische Herkunft hat, erklärt 10.000 Schritte am Tag.

Ab 60: die ermutigende Studienlage

Für ältere Menschen sind die Befunde der letzten Jahre ausgesprochen erfreulich. Mehrere große Auswertungen deuten darauf hin, dass bei Menschen über 60 der deutlichste Rückgang des Sterblichkeitsrisikos schon bei vergleichsweise niedrigen Schrittzahlen sichtbar wird und die Kurve häufig im Bereich um 6.000 bis 8.000 Schritte abflacht. Wer heute bei 2.500 Schritten liegt, gewinnt mit jedem zusätzlichen Tausender mehr als jemand, der von 9.000 auf 10.000 erhöht.

Die praktische Übersetzung: Tausend Schritte sind rund zehn Minuten Gehen. Zwei kurze Runden am Tag verändern die Bilanz oft mehr als jeder Vorsatz, „mehr Sport zu machen“. Details dazu im Beitrag 6.000 Schritte am Tag.

Steigern Sie in Etappen von 1.000 Schritten und geben Sie jeder Stufe zwei bis drei Wochen. Treten dabei Schmerzen in Knien, Hüften oder Füßen auf oder werden Sie schnell kurzatmig, klären Sie das bitte ärztlich ab, bevor Sie weiter erhöhen. Für die tägliche Kontrolle genügt ein Gerät mit großer Anzeige, das ohne Smartphone auskommt – passende Modelle vergleichen wir unter Schrittzähler für Senioren.

Häufige Fragen

Wie viele Schritte sollte man mit 70 Jahren gehen?

Als Orientierung gelten etwa 6.000 bis 8.000 Schritte am Tag. Studienauswertungen deuten darauf hin, dass bei Menschen über 60 der größte Teil des Gesundheitsnutzens bereits in diesem Bereich erreicht wird und die Kurve danach abflacht.

Gibt es eine offizielle Schrittempfehlung nach Alter?

Nein. Offizielle Bewegungsempfehlungen sind in Minuten formuliert – für Erwachsene meist mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, für Kinder rund 60 Minuten täglich. Schrittzahlen sind daraus abgeleitete Orientierungswerte, keine verbindlichen Vorgaben.

Wie viele Schritte brauchen Kinder?

Für Kinder im Grundschulalter werden häufig Orientierungswerte zwischen etwa 10.000 und 13.000 Schritten genannt, für Jugendliche etwas weniger. Wichtiger als das Zählen ist bei Kindern jedoch, dass Bewegung als Spiel und nicht als Pflichtprogramm erlebt wird.